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Twistens Gård
Eines der ältesten und interessantesten Häuser Halmstads ist Twistens Gård, in der Storgatan 38. Es war unter anderem Rathaus, Kneipe, Schule, Systembolag und privates Wohnhaus.
Hören Sie die Geschichte in Halmstad Stories
Der Twistens Gård ist der Stationen der historischen Stadtführung in Halmstad Stories. Externes Link, wird in neuem Fenster geöffnet. Hier können Sie jederzeit einen Spaziergang durch das Zentrum von Halmstad unternehmen und sich 19 historische Orte per Audioguide erzählen lassen. Die historische Stadtführung wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Gamla Halmstad erstellt.

Foto: Digitales Archiv des Kunstmuseums Halmstad
Das Haus wurde gebaut
Das Gewölbe im Keller stammt möglicherweise teilweise aus dem Mittelalter, der Hauptteil des Gebäudes wurde jedoch vermutlich nach dem großen Stadtbrand von 1619 errichtet. Es handelt sich um ein aufwendiges Steinhaus, das im 17. Jahrhundert über Halmstad thronte, während die anderen Gebäude hauptsächlich aus billigeren Fachwerkhäusern bestanden.
Johan Twist
Über die frühe Geschichte des Gebäudes ist wenig bekannt. Es gibt Theorien, dass das Haus zum Franziskanerkloster am Lilla Torg gehörte, die jedoch nicht vollständig bestätigt sind. Was wir jedoch wissen ist, dass der Besitzer, der dem Haus seinen Namen gab, in den 1660er Jahren einzog. Johan Twist war ein Kaufmann, der aus Lübeck eingewandert war. Er handelte viel mit Holland und machte sich in Halmstad durch seine offensiven Geschäftsmethoden einen Namen. Das endet mehrmals vor Gericht. Dennoch gelang es Johan Twist, das Vertrauen der Bürger zu gewinnen und er wurde zum Stadtrat von Halmstad ernannt. In diesem Haus lebte er bis zu seinem Tod im Jahr 1688.

Der Bauernhof Twisten. Aufnahme aus den 1860er Jahren, als der Bauernhof noch eine Schule war. Foto: Digitales Archiv des Kunstmuseums Halmstad
Generalmajor Georg Bogislaus Staël von Holstein
Schauen Sie zum Turm hinauf. Was heute ein Erker ist, wurde ursprünglich als Treppenhaus gebaut. Ganz oben sehen Sie eine Wetterfahne. Darauf ist zu lesen „SvH a:o 1731“. Sie wurde dort von einem bekannten Besitzer angebracht: Generalmajor Georg Bogislaus Staël von Holstein. Wahrscheinlich war er es, der das Haus renoviert und ihm sein jetziges äußeres Erscheinungsbild verpasst hat. Und er war es auch, der das Schloss Vapnö wieder aufgebaut hat, nachdem es niedergebrannt war. Darüber hinaus ist er dafür bekannt, fast eine Doppelehe eingegangen zu sein.
Georg Bogislaus Staël von Holstein heiratete zunächst Ingeborg Horn und beide gerieten in russische Gefangenschaft. Es gelang ihm, nach Schweden zurückzukehren, doch sie blieb zurück. Nach elf Jahren der Stille wollte er schließlich wieder heiraten, und zwar Sofia Ridderschantz. Doch am Tag vor der Hochzeit tauchte Ingeborg auf und alles musste abgeblasen werden. Für die kommenden 40 Jahre. Als Ingeborg starb und der mittlerweile 77-jährige Georg die 64-jährige Sofia schließlich heiraten konnte. Allerdings sollen alle drei zeitlebens enge Freunde gewesen sein.
Rathaus und Schule
Nach Staël von Holstein hatte Twistens Gård bis in die 1820er Jahre mehrere Besitzer. Dann hat die Stadt Halmstad das Gebäude gekauft und es in ein Rathaus umgebaut. Im Hof steht ein Fachwerkhaus und Halmstads alte Schule, das damalige Gymnasium, zog dort ein.
Um die Jahrhundertwende zogen Schüler und Stadträte aus und das Haus wurde wieder in Twistens Gård umbenannt. Von nun an beherbergte er den Verkauf alkoholischer Getränke in der Stadt. Rund 50 Jahre lang sollte der Vorgänger des Systembolaget hier bleiben. Aber dann wurde es tänzerischer.

Foto: Digitales Archiv des Kunstmuseums Halmstad
Restaurant Kavaljern
1959 eröffnete hier das Restaurant Norre Kavaljeren, das sich schnell zu einem der beliebtesten Treffpunkte in Halmstad entwickelte. Das blieb es für mehrere Generationen. Im Sommer 1986 wurde Kavaljeren zur Heimatbühne von Husbands mit Niklas Strömstedt, Janne Bark, Lasse Lindbom und Nisse Nordin. Es wird ein Riesenerfolg.
Gegenwart
In den 2000er Jahren wurde das Haus abwechselnd als Restaurant und Laden genutzt. Dass es noch steht, haben wir der Feuerwehr zu verdanken. 1983 wütete erneut ein Feuer. Dieses Mal läuft es allerdings viel glimpflicher ab als im 17. Jahrhundert und das unersetzliche Gebäude konnte gerettet werden.