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Kirsten Munchs Haus
Kirsten Munchs haus ist ein märchenhaftes Gebäude aus dem frühen 17. Jahrhundert. Aber lebte sie wirklich hier, die edle Dame, die den König heiratete? Und gab es einen Geheimgang zum Schloss? Wir werfen einen Blick hinter die grünen Ziegelsteine und zurück in die Zeit, als Halland noch dänisch war.
Hören Sie die Geschichte in Halmstad Stories
Kirsten Munchs Haus ist eine der Stationen des historischen Stadtrundgangs in Halmstad Stories. Externes Link, wird in neuem Fenster geöffnet. Hier können Sie jederzeit einen Spaziergang durch die Halmstader Innenstadt unternehmen und sich 19 historische Orte per Audioguide erklären lassen. Der historische Stadtrundgang wurde in Zusammenarbeit mit dem Verein Gamla Halmstad entwickelt.
Bauherr Albrecht Pedersen Machum
Im Jahr 1619 verwüstete ein großer Brand Halmstad, der praktisch die gesamte Stadt in Schutt und Asche legte. Dieses Haus in der Storgatan 32 ist eines der Häuser, die aus der Asche wieder auferstanden sind. Es wurde von Albrecht Pedersen Machum wieder aufgebaut, einem wohlhabender Kaufmann, der aus Helsingör stammte. Die Fassade zeugt davon, dass er nicht knauserig war. Bei den grün glasierten Ziegeln handelt es sich um exklusive Bausteine, die aus Holland hierher verschifft wurden. Albrecht Pedersen Machum wurde zu einem der einflussreichsten Einwohner Halmstads. Er war von 1622 bis zu seinem Tod im Jahr 1634 Bürgermeister der Stadt und hat auch an anderen Orten in der Stadt seine Spuren hinterlassen. Die noch heute in der St.-Nikolai-Kirche genutzte Kanzel ist ein Geschenk von Pedersen Machum.

König Christian IV. von Dänemark und Kirsten Munch. Foto: Digitales Archiv des Nationalmuseums
Kirsten Munch
Aber sein großes Haus in der Storgatan ist nach jemand anderem benannt: Kirsten Munch. Laut Überlieferung soll sie in dem Haus gelebt haben, als sie die Geliebte des dänischen Königs Christian IV. war. Von hier aus soll es sogar einen geheimen unterirdischen Gang zum Schloss gegeben haben. Aber wer im Keller danach sucht, wird tkeine derartigen Spuren finden. Es gibt auch keine historischen Beweise für die Informationen, die sich bereits im frühen 19. Jahrhundert zu verbreiten begannen. Ganz im Gegenteil! Christian IV. und Kirsten Munch heirateten 1615, bevor dieses Haus gebaut wurde. Sie bekamen mehrere gemeinsame Kinder. Da Kirsten Munch jedoch einen niedrigeren Rang als Christian IV. hatte, erhielten weder sie noch die Kinder Erbrechte oder den gleichen Status wie der König. Aber sie durfte ein Haus nach sich benennen, in dem sie nicht gewohnt hat. Klatsch kann hartnäckig sein. Was man jedoch im Keller vorfindet, sind gemauerte Kreuzgewölbe, die möglicherweise ein Überbleibsel aus der Zeit vor dem Stadtbrand sind.

Falkens Laden. Foto: Digitales Archiv des Kunstmuseums Halland
Der Laden Falkens
Mit dem erfolgreichen Kaufmann Gustav Falck wurde ein neues Kapitel in der Geschichte des Hauses geschrieben. Er wurde 1814 in Marstrand geboren und zog im Alter von 25 Jahren nach Halmstad. 1848 eröffnete er hier im Erdgeschoss den Laden Falkens und zehn Jahre später konnte er die gesamte Immobilie erwerben. Im Laufe der Jahre baute Gustav Falck ein großes Vermögen auf und er war auch großzügig mit Spenden. Unter anderem spendet er 70.000 Kronen an die Lutherische Missionsgemeinde. Mit Hilfe des Geldes wurde die imposante Immanuel-Kirche gebaut, die 1900 an der Strandgatan fertiggestellt wurde.
Der von Gustav Falck gegründete Laden wurde zu einem Klassiker, der in Halmstad seit über 150 Jahren weiterlebt. Auch neue Besitzer haben den Namen Falkens übernommen. In den letzten 50 Jahren wurden dort hauptsächlich Teppiche, Bettwäsche und Vorhänge verkauft und der Laden wurde bis 2011 geführt.

Foto: Digitales Archiv des Kunstmuseums Halland
Hallands Museiförening (Museumsverein)
Das grüne Haus hat auch zum künstlerischen Leben Halmstads beigetragen. Hallands Museiförening kaufte das Haus 1917 mit dem Plan, seine Sammlungen hier auszustellen. Doch schon bald darauf entschied man sich für den Bau eines neuen Museums am Nissan. Man behielt das Haus an der Storgatan, und als es nach fast hundert Jahren verkauft wurde, machte man einen Gewinn, der zur umfassenden Erweiterung von Hallands Konstmuseum beitragen sollte.
Der grünen Ziegelstein
Wir schließen mit einem genaueren Blick auf den wunderschönen grün glasierten Ziegelstein ab. Nach 400 Jahren ist das meiste davon noch erhalten und jeder Stein schimmert in verschiedenen Farbtönen, fast wie ein Kunstwerk. Wir sehen auch ein paar Steine, die neuer aussehen: rechteckiger und etwas dunkleres Grün. Sie wurden von dem Künstler und Keramiker Thomas Frisk gefertigt, um Steine zu ersetzen, die bei einer Renovierung in den 1960er Jahren beschädigt wurden. Heute steht das grün schimmernde, ehrwürdige Haus unter Denkmalschutz.
